| Das Quellgebiet des Yangtse
liegt im Qinghai - Tibet - Plateau in einer Höhe von
etwa 4.900 m über dem Meeresspiegel. Auf seinem 6.300
km langen Weg zum Meer hat der Fluß nach etwa der
Hälfte des Weges bei Yibin in der Provinz Sichuan,
dem Endpunkt der regulären Flußschiffahrt, nur
noch eine Höhe von etwa 305 m ü.d.M. und in Chongqing,
dem Anfangs- oder Endpunkt jeder Jangtse Kreuzfahrt, beträgt
die mittlere Flußspiegelhöhe gegenwärtig
etwa 160 m ü.d.M.
Am mehr als 600 km flußabwärts liegenden Drei-Schluchten-Staudamm
wird der Wasserspiegel, nachdem die Betonbauarbeiten im
Mai 2006 abgeschlossen wurden, während des Sommerhochwassers
2006 eine Höhe von 156 m ü.d.M. erreichen. Bis
zum Ende des Jahres 2006 soll der Fluß auf 165 m ü.
d. M. angestaut werden. Nach Abschluß der Bauarbeiten
(voraussichtlich im Jahr 2009) erfolgt der Stau bis auf
eine durchschnittliche Höhe von 175 m ü. d. M.
(max. 180.4 m, min. 145 m ü.d.M.). Bei Vollstau hat
sich der Wasserspiegel dann um ca. 100 m am Ende der Drei
Schluchten erhöht.
Der durchschnittliche Anstieg des Yangtse in den Schluchten,
die von 800 bis 1.500 m hohen Bergen eingerahmt werden,
betrug bei normalem Hochwasser ca. 70 m, das heißt,
die zukünftige Veränderung des Wasserstandes ist
bezüglich der Drei Schluchten unwesentlich. Sie büßen
nichts von ihrer Schönheit ein.
Der Daning Fluß, mit seinen sogenannten „Kleinen
Drei Schluchten“, ein Wildbach der im Bereich der
Wu-Schlucht (der zweiten der Drei Schluchten) mündet,
sowie der benachbarte Shennong Bach mit der Mianzhu-Schlucht
werden durch das steigende Wasser in ihrem unteren Teil
den Charakter eines Wildbaches verlieren. Dafür kann
man nun bequemer in die Schluchten vordringen und die Wildwasserbereiche
in ferneren Teilen erreichen.
Natürlich werden einige Sehenswürdigkeiten entlang
des Flusses im Wasser versinken. Einige werden abgebaut
und in dem neuen Drei Schluchten Museum in Chongqing zu
sehen sein, einige werden an höherer Stelle wieder
aufgebaut, wie der Zhang Fei Tempel und andere werden als
ganz neue Attraktion wiedererstehen, wie die berühmten
Felsbilder bei Fuling, die man später in einem Unterwassermuseum
besichtigen kann. Darüberhinaus werden viele neue touristische
Ziele erschlossen.
Die drei wichtigsten Aspekte des Dammbaus - Hochwasserschutz,
saubere Energieerzeugung, Verbesserung der Schiffahrt, die
auch dabei hilft, die Westprovinzen des Landes zu entwickeln
- beginnen heute schon ihre Wirksamkeit zu zeigen.
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