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Land und Leute
World Choir Games   Shaoxing 2010
Veranstaltungsplan
Shaoxing
 
Shaoxing

Shaoxing - Stadt“ ist eine Stadt auf Bezirksebene - das ist die Ebene die unter der Provinz folgt. Sie hat damit die gleiche Bedeutung und die gleichen Rechte wie ein Bezirk.
Das Verwaltungsgebiet umfaßt deshalb sowohl das eigentliche „Stadtgebiet“ als auch die umliegende Großregion. Ihr unterstehen somit ebenfall Kreise und Städte auf Kreisebene.

Leider wird das im täglichen chinesischen Sprachgebrauch nicht immer deutlich, was unser Verständnis der Dinge oft stark beeinträchigt und trübt.

Das Verwaltungsgebiet der „Stadt Shaoxing“ umfaßt eine Fläche von ca. 8300 km², auf der etwa 4,5 Millionen Einwohner leben.
Untergliedert wir das Gebiet in den eigentlichen Stadtbereich „Yuecheng“ mit 338 km², 640 000 Einwohnern und dem Sitz der Stadtregierung, sowie zwei Kreise und drei „Städte“ auf Kreisebene.
Somit umfaßt das „Stadtgebiet“ selbst auch wieder einige Städte sowie zahlreiche städtische und ländliche Gemeinden.

Nicht verwechseln sollte man „Shaoxing - Stadt“ mit „Shaoxing Kreisstadt“, dem Sitz der Verwaltung des Kreises Shaoxing mit dem Hauptort „Straßenviertel Keqiao“.

„Shaoxing“ liegt in der Provinz Zhejiang, nahe der Hangzhou-Bucht, rund 50 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Hangzhou, in der von zahlreichen natürlichen und künstlichen Wasserläufen durchzogenen „Ning-Shao"-Ebene.

Wie im übrigen „Jiangnan“-Gebiet– das ist die flache Gegend südlich des Unterlaufes des Yangtse – war die „Ning-Shao"-Ebene markiert durch Reisanbau, Fischfang, Seidenproduktion undden Bootsverkehr auf zahlreiche Wasserstraßen, die als Handelswege dienten, und natürlich den Ortschaften die sich an diesen Wasserstraßen entwickelten.

So hat auch Shaoxing einen alten Stadtteil mit Kanälen, Brücken, Booten und Häusern direkt am Kanal, vergleichbar den anderen „Wasserstädten“ in Jiangnan.

Ansonsten ist Shaoxing heute eine moderne Großstadt, deren Anlage allerdings auch von den vielen Wasserläufen in der Gegend geprägt wird.

Shaoxing hat eine urkundlich belegbare Geschichte von mehr als 2500 Jahren. Die erste Erwähnung erfolgte in der „Frühlings- und Herbst- Periode“ im 5. Jhh. v.u.Z.
Der Legende nach soll sich aber schon vor 4000 Jahren der sagenhafte Herrscher „Yu der Große“ – der legendäre Begründer der Xia - Dynastie – hier bei Wasserbauprojekten aufgehalten haben.
Daran erinnert seine angebliche Grabanlage, die wahrscheinlich aber erst aus der Han - Periode datiert. Ein Besuch dieser Anlage, die sich zusammen mit vielen Tempeln in einer wunderschönen bergigen Landschaft befindet, lohnt sich auf alle Fälle. Der älteste Tempel der Anlage geht vermutlich auf das 6. Jh. zurück. Im heutigen Tempel, der in den 30er Jahren restauriert wurde, befinden sich eine große bemalte Statue „Yu des Grossen“, sowie zahlreiche Wandtafeln und Steine, die mit Inschriften versehen sind. Außerhalb des Tempels befindet sich im Schutz eines eleganten, offenen Pavillons ein großer, grob behauener Gedenkstein. Die große Zahl der Andächtigen, denen man im Tempel begegnet, läßt auf die immense Verherung schließen, die Yu bis heute in der Gegend zuteil wird.

Südwestlich der Stadt liegt der Orchideenpavillion eine beeindruckende Gartenanlage mit Ausstellung zur chinesische Kalligraphie.
Im 4. Jhh. u.Z. soll hier der Poet und Kalligraf Wang Xizhi die berühmte „Anthologie des Orchideenpavillons“ zusammengestellt haben. Sie zählt zu den Meisterwerken der chinesischen Dichtkunst und hat eine hübsche Geschichte zum Anlaß: Der Dichter lud einmal seine Freunde zu einem Fest. Dabei saßen sie an einem Bach, auf dem sie mit Branntwein gefüllte Tassen treiben ließen sobald eine Tasse am Ufer hängen blieb, mußte derjenige, der ihr am nächsten saß, sie entweder austrinken oder ersatzweise ein Gedicht verfaßen. Später stellte WangXizhi daraus die Anthologie zusammen. Der Orchideenpavillon hat heute den Stellenwert eines Schreins und ist allen Chinesen heilig, die eine enge Beziehung zur Kalligrafie und Dichtkunst besitzen.

An den modernen Schriftsteller Lu Xun (1881 bis 1936) erinnern ein Museum, das Geburtshaus und die rekonstruierte Weinkneipe „Xianheng Jiudian“, die der Schauplatz einer seiner Erzahlungen ist. Dort kann man heute wieder ein Gläschen „gelben Weins“ bekommen und auch speisen. Aber auch viele andere Gebäude, die in seinen Erzählungen beschrieben sind, existieren noch.

Die Reihe berümter Persönlichkeiten, die aus Shaoxing stammen, ließe sich noch weiter fortsetzen.
Hier soll nur noch eine für die moderne chinesische Geschicht besonders wichtige Persönlichkeit genannt werden - Zhou Enlai. Er war der erste Ministerpräsident Chinas und wird bis heute im In- und Ausland hoch geachtet.

Zu den besonders besuchenswerten Punkten in der Umgebung der Stadt zählt der „Ostsee“.
In den, die Ebene begrenzenden Bergen, wurden seit 2000 Jahren Steine als Baumaterial gebrochen. Während der Qingperiode wurde die Gegend zu einem Landschaftspark ausgebaut, mit dem, in Anlehnung an den „Westsee“, sogenannten „Ostsee“, mit Höhlen, Pfaden, Gipfeln und Pagoden.
Bei Bootsfahrten auf dem See kann man in die durch den Gesteinsabbau entstandenen Kammern und tiefen Schluchten hineinfahren und diese erkunden.

Da die Region ein ausgedehntes Wasserstraßennetz besitzt, bietet es sich an, per Boot nach Shaoxing zurückzukehren. Sehr schön ist auch die Bootstour zur Grabanlage „Yu des Großen“.

Aber nicht nur kulturelle Hinterlassenschaften aus der Vergangenheit prägen die Stadt.
Xaoxing ist auch bekannt als Heimat der „Shaoxing oder Yue Oper“.
Vor kurzem erhielt Shaoxing den Preis „Hervorragende nationale Wissenschafts-stadt“ und den Preis „Hervorragende nationale Kulturstadt“. Im Jahre 2003 organisierte Shaoxing erfolgreich das erste „Lu Xun-Kulturfest“. Im Jahre 2004 war Shaoxing der Co-Veranstalter des „Chinesischen Kunstfestes“.

Es gäbe noch viel zu berichten über die Stadt - ihre kulturellen Traditionen, ihre moderne Leichtindustrie, die Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen, die entwickelte Landwirtschaft und die Märkte.
Doch das würde wohl den hiesigen Rahmen sprengen.
Aber wie wäre es, wenn Sie selber kommen, um all dies zu erfahren.
Eine gute Gelegenheit dafür bietet sich ja im Zusammenhang mit den 6. „World Choir Games“ im Juli 2010.

 
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